Die Sage vom wilden Heer

Schneetreiben über Kuppen und Hänge

In so liebreizendem Gewand uns die anderen Sagen begegnen, in so tief ernster Miene mag uns diese hier erscheinen.
Wenn der Herbststurm die wettergewöhnten Fichten und die niedergedrückten Krummkiefern wild hin und her fegt, wenn der Winter Eis und Schnee in tollem Jagen über Kuppen und Hänge treibt, dann tobt das wilde Heer über die Fluren und ängstigt die Reisenden.

Die folgenden Worte sind uns überliefert:

Als Ende des 17. Jahrhunderts ein alter Geistlicher von Wiesenthal nach Annaberg durch einen dichten Wald fuhr, erhob sich ein ungemein lauter Jägerlärm, obwohl in dieser Zeit doch kein Arbeiter oder Jäger auf dem Felde zu finden war. Der Fuhrmann besann sich bald darauf und sagte: "Herr, es ist das wütende Heer, wir wollen in Gottes Namen fahren, es kann uns nicht schaden".
(nach Meiche, Sagenbuch des Königreichs Sachsen Nr. 541)

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